
Audit, Tax und Compliance: Gestaltung für erklärungsbedürftige Themen
Es gibt Themen, bei denen das Briefing damit beginnt, dass man dem Gestalter zunächst „das Thema” erklären muss. Z3-Datenzugriff, Beschreibungsstandard, risikoorientierte Prüfungsplanung – Begriffe, hinter denen nicht nur ein einzelnes Wort steht, sondern ein ganzes Regelwerk. Meistens dauert das Briefing dann doppelt so lang – und beim nächsten Dienstleister beginnt es wieder von vorn.
Warum die gängigen Bilder nicht funktionieren
Wer eine Bildsprache für Prüfung und Compliance sucht, landet meist in der Stockbibliothek: beim Schloss, beim Zahnrad, beim Netzwerkgeflecht und bei der allbekannten Lupe. Diese Motive signalisieren lediglich, dass es um Technik, Sicherheit oder Prüfung geht, und es ist absolut legitim, sie als eigenständige Icons oder in Infografiken zu verwenden. Wenn man aber die Themen in ihrer Gesamtheit darstellen möchte, erklären diese Motive nichts und wirken leer, austauschbar und beliebig.
Was stattdessen hängenbleibt
Metaphern aus dem Alltag, die eine Eigenschaft tatsächlich fassbar machen: ein Warnkegel auf einer abgesunkenen Gehwegplatte für ein Risiko, das jeder sieht und niemand behebt. Streusel in Glaszylindern für die vielen Einzelteile, aus denen etwas Komplexes entsteht. Diese Bildwelten stehen in keinem Briefing. Sie ergeben sich erst, wenn man verstanden hat, was das Produkt für seine Anwender tatsächlich tut.
Arbeiten im vorgegebenen Rahmen
Unternehmen in diesem Umfeld haben fast immer ein Corporate Design, oft vom internationalen Mutterkonzern. Der Gestaltungsrahmen steht, bevor die Arbeit beginnt. Das ist kein Hindernis, sondern der Standard – und es verlangt jemanden, der darin souverän arbeitet, statt die Begrenzung zum Thema zu machen.
