EIn Labyrinth, dass in eine Richtung führt und die Bedeutung eines guten Editorial-Designs veranschaulichen soll.

Editorial Design: Ordnung muss sein

Eine einzelne Seite kann man gestalten, bis sie wirkt. Bei achtzig Seiten geht das nicht mehr – dort entscheidet nicht die schöne Doppelseite, sondern das Raster, nach dem alle anderen entstehen. Und anders als bei einem Plakat bestimmt der Leser selbst, wo er einsteigt, wie lange er bleibt und was er überspringt. Man kann ihn nicht führen, nur dafür sorgen, dass er sich zurechtfindet.

Das Raster steht vor dem ersten Text

Die wichtigsten Entscheidungen fallen, bevor Inhalte vorliegen: wie viele Spalten, welche Bildformate, wie verhalten sich Fließtext, Bildunterschrift und Auszeichnung zueinander, was passiert bei zu viel und zu wenig Text. Ein gutes Raster beantwortet diese Fragen im Voraus. Ein schlechtes beantwortet sie bei jeder Seite neu – und man sieht es.

Typografie ordnet, sie schmückt nicht

Ein umfangreicher Text ist nicht gleichmäßig wichtig. Überschriften, Zwischentitel, Fließtext, Bildunterschriften und Randnotizen haben unterschiedliches Gewicht, und dieses Gewicht muss man sehen können, bevor man liest. Genau das leisten Schriftgrößen, Abstände und Auszeichnungen: Sie zeigen dem Leser, was er überspringen darf und wo er einsteigen sollte. Je dichter die Information, desto weniger Mittel braucht es dafür – und desto klarer müssen die wenigen eingesetzt sein.

Was in der Praxis anfällt

Geschäftsberichte und Nachhaltigkeitsberichte, Fachbroschüren und Produktpublikationen, Kataloge, Magazine, Reiseführer, Zeitungsbeilagen. Häufig in Reihen, die über Jahre erscheinen – dann ist das Raster nicht nur Werkzeug, sondern Bestandteil der Marke.

Thema: Wie ordnet man anspruchsvolle Inhalte so, dass sie zugänglich bleiben, ohne an Genauigkeit zu verlieren? Und was hat es eigentlich immer mit diesem „Weißraum” auf sich? →

ADAC-Reiseführer

Die Titelansicht des ADAC-Reiseführers. Die Headline lautet "NRW Genuss" und steht links oben in der Ecke. Unten rechts befindet sich das Logo des ADAC. Das Titelmotiv zeigt ein rotes Auto, dass im Volksmund als Ente bezeichnet wird, auf dessen Motorhaube ein Picknickkorb steht. Das Auto parkt auf einer idyllischen Wiese, in deren Hintergrund man einen Wald sieht.

Caseware-Broschüre SmartExporter

Titelbild der Caseware-Broschüre SmartExporter. Sie hat ein blaues Cover. Auf dem unteren Teil des Titels befindet sich einen orangefarbene Spirale, die einem runden Treppenhaus ähnlich sieht.

WAZ-Beileger

Titelansicht einer WAZ-Zeitungsbeilage. In der Beilage sind unterschiedliche Bücher abgebildet, die alle im Zusammenhang mit dem Ruhrgebiet stehen. Auf dem Titel werden zwei Bücher mit dem Titel "RuhrTOUR" abgebildet.

Audicon-Broschüre Datenanalyse

Titelseite der Audicon-Broschüre Datenanalyse. Sie ist in hellblau gehalten, oben links steht das Audicon-Logo. Der Titel lautet:"Bedeutung der technologiebasierten Datenanalyse für die Interne Revision". Auf dem Titelmotiv erkennt man einen Computercode von Nullen und Einsen – einige von ihnen sind rot eingefärbt, so dass sich aus ihnen ein Herz bildet.

Wenn die Zusammenarbeit über einzelne Projekte hinausgehen soll, gibt es dafür passende Formen. Welche Form dafür passt, steht hier.